Ausstellung des Neigungsfachs Kunst

im Rahmen der konzertierenden Aktion Kunst und Musik
siehe
Der Winter bei uns

Die Ausstellung zeigte einen Querschnitt aus den praktischen Arbeiten im Unterricht der letzten eineinhalb Jahre. Die Aufgabenstellungen orientierten sich in erster Linie an den Schwerpunktthemen, die bis zum Abitur erarbeitet werden müssen. Das sind im Arbeitsbereich Realismen: Die Darstellung des Menschen unter besonderer Berücksichtigung des Werkes von Albrecht Dürer und die des Fotografen August Sander. Hier wurden in den praktischen Arbeiten vor allem Naturstudien und Sachzeichnungen angefertigt, wobei es vorwiegend um die Proportionen, die Plastizität, die Darstellung des Raumes und die der Stofflichkeit ging. Mit Bleistift, Kohle, Tusche, Feder und Pinsel, aber auch mit Farbe haben die Schülerinnen undSchüler gleich zu Beginn der 12. Klasse ihre Kenntnisse erweitert und vertieft, von denen einige beeindruckende Beispiele in der Ausstellung zu sehen waren.
Als besonderes Angebot können wir im Neuen Gymnasium  zeitenweise auch Aktzeichnen anbieten, das von einigen mit großem Interesse wahrgenommen wurde und wovon ebenfalls einige Studien zu sehen waren.
Nach diesen leichter zugänglichen Themen mit den Schwerpunktkünstlern Albrecht Dürer und August Sander wurde die Auseinandersetzung mit der „Ausnahmekünstlerin“ Louise Bourgeois weitaus schwieriger. Im Schwerpunktgebiet: Kunst und Leben wird vor allem die subjektive Wahrnehmung der Welt deutlich. Nicht nur die Formensprache, auch die Wahl des jeweiligen Materials geben den Werken dieser mittlerweile 98 Jahre alten Künstlerin einen besonderen Ausdruck, vor allem, weil es ihr in erster Linie um die Darstellung eines Gefühls in der Verarbeitung wichtiger Themen aus ihrer Kindheit geht.
Die Werkanalysen einiger früher Werke stelltenden Zusammenhang zu ersten Montageplastiken der Neigungsfächler her. Sie sollten für das Thema „Tempora mutantur“ jeweils ein Objekt aus dem persönlichen Besitz als Ausgangsmotiv nehmen und dieses dann über Vergrößerung  rhythmisch, das heißt in einem bestimmten Wechsel von ähnlichen Formen, weiterbauen. Die Materialien waren vor allem Papier und Pappe. Diese Montageplastiken wurden anschließend in einer einheitlichen Farbe angemalt, um die Formen – ähnlich wie bei Picassos Pavian – von der Materialität zu lösen. Auf diese Weise entstanden die ersten abstrakten Arbeiten und es war interessant, wie sich plötzlich der Blick öffnete und die Möglichkeit entwickelt wurde, auch eigene Arbeiten aus einer objektiven Sicht zu betrachten.
Die Werke waren in der Ausstellung in einem größeren Kontext zu sehen, wodurch die verschiedenen Ansatzpunkte deutlich wurden.
Die Wahl des Materials sollte jedoch die als klassisch zu bezeichnenden wie Pappe, Papier und Kleister, Gips und Ton erweitern. So sollte das klassische Thema „Pars pro toto“, das im Spätwerk von Louise Bourgeois eine zentrale Rollenmspielt,  mit Moosgummi neu interpretiertnund verarbeitet werden. Wo sonst gerne „gedreckelt“ wird, saßen nun Schülerinnen und Schüler  still und konzentriert beim Nähen zusammen, überlegten, welche Farbe zu wählen sei,  wie deutlich die Naht zu sehen sein soll und welcher Materialkontrast das Motiv steigern könnte. Es entstanden auf diese Weise sehr unterschiedliche Arbeiten, sowohl in der Größe, als auch in der arbe, als auch in der Aussage.
Das dritte Schwerpunktgebiet  Form, Konstruktion, Funktion umfasst das Freiburger Münster und die Museumsbauten des kalifornischen Stararchitekten Frank Gehry. Nachdem die Konstruktionen des Freiburger Münsters deutlich sichtbar und mit vielen kunstgeschichtlichen Termini zu erklären sind, ist die Formenvielfalt der oft skulptural wirkenden Bauten von Frank Gehry vor allem durch Computerprogramme und Spezialanfertigungen möglich. Dieser skulpturale Ansatz war auch der Ausgangspunkt für sehr verschiedenartige Architekturmodelle mit unterschiedlichen Materialien und Größen. Die Schülerinnen und Schüler des Neigungsfaches hatten in der von ihnen selbst erstellten
Konzeption und dem Aufbau der Ausstellung die Idee einer kleinen Stadtsituation, wodurch die Vielfalt der Modelle in einen schönen Zusammenhang gestellt wurde.

 

Die Namen der ausstellenden Schülerinnen und Schülersind: Hasret Ciceki, Julia Dukart, Dietlinde Eis, Jannik Fabricius, VeronikaGlenk, Tatjana Hempler, Tanja Kienzle, Tanja Kuzmenko, Julia Novikova, Anna undViktoria Sawitzki, Carmen Schlieben, Stefania Sirna, Ken Völter und MarinaWeigl, die die Organisation des Abends übernommen hatte,  aus dem Neuen Gymnasium und KatarinaAganina, Marie Aulitzky, Alexandra Klasner, Stefanie Möser , Sofie Stutzer,Daniela Betz  und  Svetlana Plastovets, die in die Ausstellung einführten, aus dem LeibnizGymnasium.